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MINI² fahrwerk für Themen wie Bremsen, Stoßdämpfer, Reifen, Felgen
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#1
Alt 13.04.2010, 12:45
TouchS
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Achsvermessung nach Tieferlegung - Jetzt mit neuen Hinweisen!

Zum Thema Achsvermessung:

Billigangebote:

Vermessung + Einstellung für 29 Euro oder einen geringen Pauschalbetrag ist unseriös. Je nach Fahrzeug ist dafür eine Eingangsmessung möglich - Keine Einstellung. Jedes Auto ist anders, die Einstellung muss man eigentlich nach Aufwand abrechnen...

Wann muß ein Auto vermessen werden ?:

1. Wenn es neu ist: Die Fahrzeuge werden heute oft nur noch zusammengebaut und nicht mehr vermessen. Die angegebenen Toleranzen bei den Einstellwerten sind Fertigungstoleranzen...

2.Spätestens nach einem Jahr: Die Federn, die beim Auto für den Höhenstand sorgen setzen sich im ersten Jahr sehr stark. Damit ändert sich die komplette Achsgeometrie. Es muß vermessen werden. Fahrverhalten und Reifenverschleiß werdens Euch danken.

3. Nach heftigen Schlägen aufs Fahrwerk:. Bordsteinberührung, tiefe Schlaglöcher etc.

4. Nach einer Tieferlegung: Unabhängig davon ob mit Federn oder Fahrwerk. JEDE Höhenstandsänderung macht eine Vermessung erforderlich.

5. Never ending Story: Egal ob Serie oder Umbau: Ein Auto ist der Schwerkraft ausgestetzt um wird Laufe seines Lebens tiefer. Es muß immer wieder vermessen werden.

Was müßt Ihr beachten?:

1. Vorher Luftdruck prüfen ggf. nachfüllen !

2. Tanken ! (MINI bzw. BMW maß bei "Messungen in Konstruktionslage"* -siehe unten-, mit vollem Tank). Mittlerweile wurde aber das Messverfahren geändert. Halbvoll ist praxisgerechter ..


Was sollte der Vermesser beachten:

1. Sind die bisher montierten Reifen mind. 2000 km gelaufen, lassen sich aus dem Abriebsbild Einstellungsfehler ggf. auf Defekte (z.B. verschlissene Querlenkerlager) herauslesen. Ein seriöser Vermesser schaut sich das an und erklärt das. Außerdem fragt er Euch nach Eurem Fahrprofil und euren Vorstellungen zum Fahrverhalten.

2.Zunächst muß eine Eingangsmessung gemacht werden - deren Werte vollständig (!) auf dem Achsmessprotokoll dokumentiert werden. Dazu hinaus die Sollwerte (bei Serie).

3. Es muss (auch bei neu montierten und gewuchteten Rädern) eine Felgenschlagkompensation (der Begriff ist irreführend) durchgeführt werden um die Unwucht bei Felgen, aber auch das Spiel in Gummilagern, Radlagern usw. auszugleichen.. es geht also nicht (nur) um die Unwucht von Rädern...

4. Bei der Vermessung muß ein Bremsfeststeller montiert sein .. (Vorher Motor laufen lassen für ausreichend Bremsdruck sorgen) ... und der muss auch wirklich bremsen.. (Handbremse genügt nicht !)

5.Die Hinterachse muss immer mit bzw. zuerst ! gemessen werden. Ansonsten fehlen wichtige Werte wie z.B. der Fahrachswinkel. Grundsätzlich wird vorne hinten nach vorne gemessen..

6. Das Abspreichern der Ausgangsmessung (nach Korrektur) darf erst dann ausgelöst werden, wenn alles festgezogen ist. Durch das Festziehen könnten sich Einstellungen ändern Dann gibt es zwar ein Protokoll mit schönen Meßwerten - aber die Einstellungen am Auto stimmen trotzdem nicht ....

Typische Fehler und deren Wirkung:

1. Meßbühne schief. Die Meßbühne muß absolut eben sein. Hängt sie z.B. nach einer Seite stimmen die gemessen Sturzwerte nicht.

TIPP: Nehmt ne Wasserwaage mit! ist die Bühne längs oder quer schief - Runter von der Bühne - Werkstatt wechseln - Es reichen schon wenige Millimeter !

2. Sind vorne Drehplatten unterlegt müssen die hinteren Schiebeplatten ebenfalls unterlegt und freigängig sein. Ist dies nicht der Fall sind die Meßwerte für den Nachlauf falsch ...

3. Bremsfeststeller vergessen: Spurzdifferenzwinkel stimmt nicht.

Besonders bei Billiganbietern werden beim Messcomputerseitig Werte ausgeblendet, die dann auch auf dem Protokoll fehlen. Man beschränkt sich auf die Korrektur der Spurwerte und Sturzwerte um Zeit und Kosten zu sparen. Und um bei Rückfragen - mangels Wissens - nicht in Erklärungsnotstand zu kommen.

Tieferlegung:

Ein MINI hat nach einer Tieferlegung eigentlich immer zuviel Sturz an der Hinterachse. In der Folge laufen die Reifen an der Innenkante stärker ab. Das Fahrzeug untersteuert stark, der Reifenverschleiß auf der Vorderachse nimmt zu. Sturzwerte deutlich zu. Sturzwerte über 2 Grad sind eher die Regel als die Ausnahme. Beim Frontantrieb sollten die Sturzwerte vorne etwas höher sein als hinten.

Einstellmöglichkeiten:

R50/R53 Prefacelift besteht werkseitig keine Möglichkeit den Sturz hinten zu verstellen.

R50/R53 Facelift (ab Facelift 10/2004) hat an der Hinterachse ein Excenter, das in geringem Umfang Sturzkorrekturen zuläßt. Die negativen Sturzwerte liegen aber trotzdem um die 2 Grad.

R56 + Co. gilt analog wie beim Facelift. bei neueren Modellen reicht die Verstellmöglichkeit z.T. aus.

Eine Sturzkorrektur ist also modellabhängig möglich, oft jedoch nicht ausreichend. Abhilfe schaffen dann verstellbarere Querlenker, wie die von KW angeboten (mit TÜV Gutachten). Verstellt man den Sturz mit der werksseitig vorhandenen Excenterverstellung ist die Seite mit dem ggf. kleineren Einstellbereich der Maßstab für die gegenüberliegende Seite.

Die Konsequenz aus der Tieferlegung ist aber auch, das die in den Achsmesscomputern hinterlegten Werte zu Fahrwerkseinstellung nur noch als Orientierungswerte zu gebrauchen sind. Sie müssen errechnet werden. Wenn Ihr mit Euren tiefergelegten Minis ein Achsmessprotokoll bekommt das komplett grün ist, ist es mit ziemlicher Sicherheit falsch.. .wie bei - nach unseren Erfahrungen - 85% !!! aller Ver- messungen.

Also: Ablauf stimmt nicht: Keine Kompensation, Bremsspanner vergessen, Bühne schief usw. - Werkstatt wechseln ...

MERKE: Das Vermessen von Fahrzeugen ist nicht an eine Ausbildung oder einen sonstigen Qualifikationsnachweis gebunden. Viele "Fachkräfte" in den Werkstätten sind lediglich angelernt ...

Konstruktionslage *:Serienminis mussten bisher in Konstruktionslage gemessen werden, das heißt mit Gewichten auf Fahrer- und Beifahrersitz bzw. Rücksitz und im Kofferaum nach Vorgabe. Mittlerweile wurde das Verfahren unter Umstädnen geändert und derHöhenstand gemessen...

Geändert von TouchS (24.04.2014 um 20:32 Uhr).
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#2
Alt 13.04.2010, 12:58
Kozanostra
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Wenn ich das hier so lese und mir den aufwand näher betrachte, glaube ich, dass eine VIELZAHL hier mit verzockten MINIs durch die Gegend fährt... So eine ausführlich Achsvermessung, was wird die kosten 300-400€?
__________________
Zitat Antje: mit Hutze is am schönsten!
Zitat Antje: Du hättest am liebsten, das alle Straßen Tunnel sind!?

500px.com/Kozanostra84
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#3
Alt 13.04.2010, 13:00
lindiman
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Zitat:
Zitat von Kozanostra Beitrag anzeigen
Wenn ich das hier so lese und mir den aufwand näher betrachte, glaube ich, dass eine VIELZAHL hier mit verzockten MINIs durch die Gegend fährt... So eine ausführlich Achsvermessung, was wird die kosten 300-400€?
Bei BMW €120-150. Bei bisher 3 Händlern machen lassen und bei allen war das im Gegensatz zu vielen Reifenhändlern korrekt.
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#4
Alt 13.04.2010, 13:09
Kabrüggen
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Ein Link auf den man jetzt gerne und oft verweisen kann

Leider ließt man selten wirklich Zahlen oder Richtwerte. Ich kann nicht beurteilen wie sehr die persönlichen Überzeugungen (in °) voneinander abweichen aber ich weiß jetzt nur dass meine letzte Achsvermessung ehr schlecht gelaufen ist. Ich würde dem Händler aber gerne die Möglichkeit geben es besser zu machen.
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#5
Alt 13.04.2010, 13:16
TouchS
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Die werksseitigen (Serien-) Einstellwerte für die verschiedenen Modelle kann sicher jemand reinstellen. Bei tiefergelegten Fahrzeugen ist es eine individuelle Sache. Über die eigentliche Einstellung hinaus kann man auch das Fahrverhalten maßgeblich über die Achsgeometrie beeinflußen.
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#6
Alt 13.04.2010, 13:38
Kabrüggen
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Das hätte ich mit erwähnen sollen, natürlich nach Tieferlegung.
Na gut, dass das individuell für jeden rausgefunden werden muss sehe ich ein aber es wird doch Werte in Sturz, Vorlauf, Nachlauf,... geben die man sinnvollerweise nicht über-/unterschreiten sollte.
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#7
Alt 15.04.2010, 12:47
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Erstmal DANKESCHÖN!!


Ich fände es super, wenn es auch unter der ersten Generation als wichtig hinterlegt wird!
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#8
Alt 15.04.2010, 13:02
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Zitat:
Zitat von great_ape Beitrag anzeigen
Ich fände es super, wenn es auch unter der ersten Generation als wichtig hinterlegt wird!
Done ...
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#9
Alt 15.04.2010, 13:20
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#10
Alt 20.04.2010, 13:24
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Und noch ganz wichtig:

Das Fahrverhalten verschlechtert sich mit dem großen Sturz an der Hinterachse erheblich bei hohen Geschwindigkeiten. Das Heck läuft stark nach und ist extrem (!) anfällig für Spurrillen.

Der zu große Sturz ist im Sinne der Fahrstabilität nicht zu unterschätzen.

Ebenso noch ein kleiner Hinweis:
MINIs mit Serienfahrwerk(One/Cooper/One D) haben nach Tieferlegung einen deutlich größeren Sturzanstieg als Fahrzeuge mit dem Sportfahrwerk +, da man hier ab Werk schon etwas tiefer liegt!
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